EKLAT ist tot, lang lebe EKLAT! – Eine kurze Dokumentation der Ideen und Erfahrungen im sächsischen Jugendbildungsnetzwerk von seiner Gründung bis zur Auflösung am 09.02.2014

Im September 2008 hat sich das Jugendbildungsnetzwerk Sachsen – mit dem Namen EKLAT für „Emanzipatorisch Kritische LINKE Aktion und Theorie“ – gegründet, dass sich aus Träger_innen linker politischer Jugendbildung und Einzelpersonen zusammensetzt. An das Netzwerk ist auch der Jugendbildungsbeirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen angedockt, der Empfehlungen zur Förderung linker politischer Projekte vergibt und die Jugendbildungsarbeit der sächsischen Stiftung weiter qualifiziert.

Wir wollten linker politischer Bildungsarbeit in Sachsen eine strukturelle Basis zu geben, in einen lebendigen Austausch über Inhalte und Formen der Bildungsarbeit treten, uns gegenseitig unterstützen, unsere Arbeit qualifizieren und gemeinsam nach stabileren Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Uns einte die Vision einer emanzipatorischen Gesellschaft, einer Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung, einer Gesellschaft, in der niemand wegen Herkunft, Lebens- und Liebensweise, Aussehen etc. ausgegrenzt oder diskriminiert wird. Einer Gesellschaft, die nicht an maximaler Profitmaximierung ausgerichtet ist, sondern in der Menschen solidarisch und nach ihren Bedürfnissen wirtschaften, einer Gesellschaft, in der die freie Entwicklung des/der Einzelnen grundlegendes Prinzip sowie Bedingung der freien Entwicklung aller ist, und nicht eine staatliche Instanz, die Freiheit reglementiert.

Dies war und ist Inhalt und Ziel unserer Bildungstätigkeit. Analyse und Kritik, das Erarbeiten und Formulieren von Alternativen gehören genauso dazu wie die Suche nach Interventionsmöglichkeiten. Theorie und Praxis sind für uns keine gegeneinander stehenden Pole, sondern bedingen sich gegenseitig.

Bei den letzten Netzwerktreffen Ende 2013 haben wir unsere Unzufriedenheit darüber festgestellt, dass sich die Erwartungen, die wir ursprünglich mit der Gründung eines linken Jugendbildner_innen-Netzwerkes verbunden haben, so gut wie nicht erfüllt haben.

Wir haben keine repräsentative Anzahl an Initiativen erreicht, werden durch die Komplexität der Struktur als intransparente „black box“ wahrgenommen und haben mit unserer Arbeit teilweise die Funktion eines vorgeschalteten Dienstleisters eingenommen, auf den sich Gruppen verlassen und nicht mehr eigenverantwortlich mit ihren Projektförderanträgen umgehen.

Positiv können wir zwar feststellen, dass wir als Verwalter_innen durchaus in Kontakt mit vielen Projekten und Träger_innen in Sachsen gekommen sind. Die Hoffnung, dass diese sich über das Netzwerk auch untereinander begegnen und auch inhaltlich austauschen, hat sich allerdings nicht erfüllt. Ebenso war die Transparenz im Bezug auf die Projekte, deren Förderung über das Netzwerk unterstützt oder sogar ermöglicht wurde, für uns nicht wahrnehmbar.

Am 09.02.2014 diskutierten wir deshalb über Sinn und Unsinn des Netzwerkes, unsere Erwartungen und Wünsche und Einschätzungen, mit dem Ergebnis, dass es EKLAT in dieser Form nicht mehr geben wird.

Die noch aktiven Akteur_innen für das Netzwerk minimieren ihre Arbeit auf die administrativen Aufgaben und beratende Hilfestellungen, der Vernetzungsanspruch wird fallen gelassen.

Die Beratungsstruktur des sich quartalsweise treffenden Jugendbildungsbeirats bleibt bestehen, aber es gibt keine EKLAT-Treffen mehr.

Die Vermittlung zwischen Antragsteller_innen und Vergabeausschuss im Bezug auf Projektförderungsanträge an die RLS reduziert sich auf die Beratung der Antragsteller_innen auf Anfrage und auf die Einladung zum Verständigungstreffen der sächsischen Antragsteller_innen jeweils ein bis zwei Wochen vor Antragsschluss.

Alle Vereine, also Gruppen mit eigener Rechtsform, verwalten ihre Abrechnungen wieder selbst. Eklat wird bei der Bundesstiftung keinen Sammelantrag mehr stellen. Ihr könnt in Zukunft aber weiterhin separate Anträge stellen.

Der Roter Baum e.V. in Leipzig stellt seine Funktion als juristischer Vertragspartner noch Initiativen aus dem Raum Leipzig zur Verfügung. In Chemnitz wird das Umfeld aus dem Jugendbildungswerk e.V. wieder aufgebaut. In anderen Städten sollen eigene Strukturen geschaffen und vermittelt werden.

Die Mitarbeit im Jugendbildungsnetzwerk auf Bundesebene erfolgt nur noch auf Ebene und Ressourcen der jeweiligen Einzelpersonen und Gruppen. Die Vertretung mit 2 sächsischen Akteur_innen im Vergabeausschuss für die Jugendbildungsförderung der Rosa-Luxemburg-Stiftung wollen wir aber beibehalten. Wie und ob deren Legitimation als Schnittpunkt und Ansprechpartner_in für sächsische Träger_innen linker politischer Jugendbildung ausreicht, wird bei Bedarf auf Ebene der alljährlichen Treffen des Bundesjugendbildungsnetzwerks diskutiert werden müssen.

Der EKLAT-Blog wird minimalisiert. Auf der Startseite wird sich dieser Erfahrungsbericht finden, die Ausschreibungen für Antragstellungen und Infos zum Jugendbildungsbeirat werden aber weiterhin eingearbeitet und gepflegt. Es werden keine Veranstaltungen mehr angekündigt und die bestehenden Auswertungstexte, Aufrufe und Ankündigungen kommen zum Nachlesen auf eine Archiv-Seite.

Wir blicken auf über 5 Jahre spannende, bereichernde aber auch anstrengende gemeinsame Arbeit zurück, freuen uns auf Neues und hoffen, dass anderen Vernetzungen und Gruppenzusammenhänge auf unsere gesammelten Erfahrungen zurückgreifen können.

Abstandshalter

Antragsformulare für 2014

Offene Ausschreibung für Mikro- und Makroprojekte im Bereich Jugendbildung gefördert durch die RLS Sachsen

Auch im Jahr 2014 sollen Eure Projekte unkompliziert beantragt und unterstützt werden können. Die aktuellen Antragsformulare und Informationen zu Förderkritierien sowie zum Procedere findet Ihr hier.

Ausschreibung RLS 1.Halbjahr 2014

Offene Ausschreibung für Projektförderung 2014 im Bereich Jugendbildung

Im Rahmen der halbjährlichen Projektförderung könnt Ihr bei der rls bis zum 10. Oktober 2013 Mittel für Jugendbildungsprojekte beantragen. Die Projekte sollen im ersten Halbjahr 2014 stattfinden. Die Kriterien für eine Förderung finden sich in der offenen Ausschreibung. Hier findet Ihr auch das Deckblatt, das Ihr dem Antrag beilegen müsstet. Die Unterlagen findet Ihr hier . Bei Fragen schreibt eine Email an Ann-Kathrin Lebuhn: lebuhn@rosalux.de oder telefonisch unter 030 / 44310 – 475.

»Denn du schreibst Geschichte «

JUGENDBILDUNGSNETZWERKSTATT 2013

Die Frage danach, was linke Politische Jugendbildungsarbeit eigentlich ist, zieht sich seit der ersten Tagung (2003) durch die Arbeit des Jugendbildungsnetzwerks. Auf der diesjährigen Netzwerkstatt soll diese Debatte unter dem Thema „Linke Erinnerungsarbeit in der Politischen Bildung“ fortgeführt werden. Mit einem theoretischen Einstieg zu wichtigen Fragestellungen und Analysekriterien entwickeln und schärfen wir unsere Sichtweisen auf Erinnerungspolitik: Wie sieht linke politische Erinnerungsarbeit aktuell aus? Was unterscheidet linke Erinnerungsarbeit von einer konventionellen Geschichtsschreibung? Mit welchen Methoden kann in der Vermittlung gearbeitet werden? Die Ergebnisse der gemeinsamen Diskussion dienen uns danach in themenspezifischen Workshops auch dazu, unsere eigene Praxis gemeinsam zu reflektieren. Aktuelle Infos zu den Workshops findet ihr in Kürze auf der webiste der rls-Jugendbildung. Wir laden euch dazu ein, an der Jugendbildungsnetzwerkstatt aktiv teilzunehmen und sie mitzugestalten. » Denn du schreibst Geschichte « singt auch die Indie-Rock-Band Madsen.

Teilnahmebeitrag: 20 EUR, ermäßigt 10 EUR, Anmeldung bis 13. 09. bei lebuhn@rosalux.de ORT: Jugendbildungsstätte, Kurt Löwenstein, Freienwalder Allee 8-10, 16356 Werneuchen/Werfpfuhl (Berlin)

Call for Applications

Vostok Forum 2013, Murmansk region/ Russia, 26 July – 5 August; Call for applications: A step ahead – De*construction and myths, Humanistic youth movement Murmansk
Roter Baum e.V. Leipzig, Demokratic Youth Forum Brandenburg and AG Russland invite you to participate in the transnational summer academy Vostok forum in Murmansk region/ Russia.
(mehr…)