Makroprojekte
Die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Verhältnissen ist Zielrichtung linker politischer Jugendbildung. Die Prekarisierung der Lebensverhältnisse, die Verwertung von Mensch und Natur, der Rückbau der öffentlichen Infrastruktur (z. B. Schließung von Jugendzentren, Privatisierung des öffentlichen Raumes), Normierung und Kontrolle durch Staat und Gesellschaft, patriarchale Verhältnisse, Diskriminierungsdenken und Abwertung, Ausgrenzung und Gewalt gegen Menschen prägen diese Verhältnisse. Es ist auch im Jahr 2013 dringend geboten sich mit diesen Erscheinungen auseinanderzusetzen, sich zu vernetzen, zu intervenieren oder einfach nur verstehen zu wollen.
Deshalb schreibt das Netzwerk für linke politische Jugendbildung in Sachsen – EKLAT – gemeinsam mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen ein Jahresprojekt aus, das sich dieser Zielstellung widmet. Das Projekt ist dotiert mit 2000 Euro und sollte im Zeitraum 1.1.2013 und 31.12.2013 in Sachsen stattfinden.
Wir wollen ein Projekt fördern, das jenseits von großen Institutionen wie Parteien oder Gewerkschaften im wilden, spontanen, nicht-institutionalisierten Raum nach Möglichkeit auch jenseits der großen Städte mit einem aktivierenden Anspruch auftritt. Das Projekt soll aber auch einen überregional ausstrahlen. Kapitalismuskritik, das Aufzeigen von Alternativen und Widerstandsperspektiven, das Eröffnen von Vernetzungsoptionen können wichtige Bestandteile der Konzeption sein. Als besonders förderungswürdig werden zudem von Projekten von und für junge Frauen angesehen. Über die Vergabe der 2000 Euro entscheidet der Jugendbildungsbeirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung, ein Gremium aus verschiedenen Trägern der politischen Jugendbildung. Neben den unten genannten formalen Anforderungen an den Antrag, bitten wir euch die hier (hier klicken)aufgeführten inhaltlichen Kriterien zu berücksichtigen.
Es wird nur ein Makro-Projekt pro Jahr gefördert, daher empfiehlt es sich im ersten Quartal den Antrag zu stellen.
Der Text für die Ausschreibung sollte folgende Punkte berücksichtigen:
a) Angaben zum/ zur Antragsteller/in ,
b) eine Darstellung der inhaltlichen Schwerpunkte des Projektes sowie wesentlicher methodisch-didaktischer Herangehensweisen,
c) Finanzierungsplan
d) eine genaue Terminierung (wegen Veröffentlichung im Halbjahresprogramm der RLS)
Mikroprojekte
Mit diesem Fonds wollen wir konkrete Vorhaben unkompliziert befördern. Dabei ist es uns wichtig, dass Euer Projekt etwas bewegen möchte und von Jugendlichen und/oder für Jugendliche bestimmt ist. Inhalt und Form sind dabei nicht eingegrenzt. Ziel ist es kleine Projekte flexibel fördern zu können.
Eine Rechtsform, etwa ein Verein ist für eine Antragstellung nicht notwendig. Die Zuwendung wird in der Regel 200 Euro (Ausnahmefälle! max. 500 Euro) nicht überschreiten. Aus Transparenzgründen werden vier Termine im Jahr für die Antragsstellung definiert und öffentlich gemacht. Die Zuwendung kann ausdrücklich auch an unkonventionelle, z.B. künstlerische Projekte gehen, soweit sie der politischen Bildung also im weiteren Sinne einer progressiven alternativen Wissensproduktion und der Aktivierung zum eigenen Handeln verpflichtet sind.
Es gibt keine Antragsfristen. Wir wollen von Euch wissen, wer ihr seid, was ihr macht, was Euer Vorhaben bewirken soll und wofür ihr das Geld ausgeben möchtet. Der Jugendbildungsbeirat entscheidet, anhand der Kriterien die auch auf der Internetseite veröffentlicht sind, jeweils zum Ende eines Quartals über die eingereichten Anträge.
Die Anträge sind zu richten an: kontakt at eklat-sachsen.de
Über die Vergabe wird vierteljährlich nach dem Ende eines Quartals entschieden.
Kriterienkatalog
Der Jugendbildungsbeirat entscheidet, anhand der untenstehenden Kriterien, über die bis zum Ende eines Quartals (31.03., 30.06., 30.09., 31.12.) eingereichten Anträge.
Emanzipatorische Jugendbildung unterscheidet sich von konventioneller Bildung nicht nur im Hinblick auf Inhalte. Auch die Formen der Wissensvermittlung sollten emanzipatorischen Ansprüchen genügen. Folgende inhaltliche Kriterien sind dem Jugendbildungsbeirat im Hinblick auf eingereichte Projektanträge wichtig:
- Jugendliche und junge Erwachsene als Zielgruppe
- Methodenvielfalt (so wenig Frontalvermittlung wie möglich)
- Partizipativität (z.B. Beteiligungsmöglichkeiten, Bedürfnisabfragen)
- In der Regel: Barrierefreiheit (offen für alle, keine Vorkenntnisse; Ausnahme sind hier ganz klar auf Mädchen- und Frauen zielende Projekte, sowie Weiterbildungen)
- Hierarchiearmut (autoritätskritische Bildungsprozesse, Hinterfragung der Rolle der BildnerInnen als allwissende Autoritätspersonen)
- Gleichstellungskonforme Ansätze (als inhaltlicher Bestandteil aller Bildungsansätze, als wichtiger Ansatz bei der Organisation, ReferentInnenwahl etc.)
- Bevorzugung selbstorganisierter Projekte (von jungen Menschen für junge Menschen)
- Freiwilligkeit der Teilnahme an Veranstaltungen
- aktivierenden Anspruch der Bildungsarbeit (Nachhaltigkeit, Nachfolgeprojekte, Aktionen und Initiativen als Ergebnis)
- Regionale Ausgewogenheit